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Martinz: Handel vergisst auf die heimische Qualität

"Der Handel lässt unsere Bauern im Stich! Heimische Milch ist qualitativ hochwertig. Die Billig-Milch aus dem Ausland ruiniert einen Kärntner Wirtschaftszweig", kritisiert heute Agrarlandesrat Josef Martinz die Preissenkungen bei Milch. Bekanntlich senken zahlreiche Handelsketten den Milchpreis mit 10 bis 20 Cent pro Kilo.
"Wer das macht, ist gegen Arbeitsplätze in der gesamten Wirtschaft rund um die Milch und das in diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten", so Martinz. In Kärnten nehme die Milchwirtschaft eine wichtige Rolle ein. Es produzieren rund 3.200 Betriebe über 170.000 Tonnen Milch im Jahr.

Kritik an AK
 
Verwundert zeigt sich Martinz auch über die Arbeiterkammer. "Die AK fordert immer billigere Lebensmittel und vergisst dabei, wie viele Arbeitsplätze daran hängen. Auf der anderen Seite ruft die AK nach Maßnahmen, die Arbeitsplätze sichern", weist Martinz auf das doppelbödige Spiel der Arbeiterkammer hin. 45.000 Menschen arbeiten in Kärnten in der Landwirtschaft und 30.000 im Handel.

"Kärntner MIlch kaufen"
 
Die Arbeitsplätze in der Kärntner Lebensmittelproduktion hängen laut Martinz davon ab, ob die Kärntnerinnen und Kärntner heimische Produkte kaufen. "Ich appelliere an die Konsumenten: heimische Milch ist die beste. Wer sie kauft, sichert Arbeitsplätze und Einkommen und schont die Umwelt", fordert Martinz auf. Billig-Lebensmittel aus dem Ausland würden nie an die Qualitätskriterien heimischer Produkte heran kommen.

Milchhygiene-Beitrag, Gentechnikfreiheit
 
"Die Milchwirtschaft ist in Kärnten ein wesentlicher Produktionsbereich und wird von Seiten des Landes mit über 8 Millionen Euro jährlich unterstützt", erklärt Martinz. Ende dieses Jahres wird der Milchhygiene-Beitrag wieder an die Molkereien in Kärnten ausbezahlt. "Wir stellen eine Million Euro zur Verfügung. Das gibt den Kärntner Milchbauern Sicherheit und wir schaffen damit die hervorragende Qualität", so Martinz.

Auch die Lieferung von gentechnikfreier Milch von Bergland Milch und Kärntner Milch werde mit 150.000 Euro in zwei Jahren unterstützt.
 
"Eine völlig neue Maßnahme ist der Flächenbeitrag 3 im Rahmen der neuen EU-Förderperiode, den ich für Kärnten sichern konnte. Es gibt ihn in keinem anderen Bundesland", sagt Martinz. 750.000 Euro im Jahr werden zur Verfügung gestellt, damit die Milchwirtschaft auch in den entlegenen Berggebieten weiter betrieben werden kann. 

Im Rahmen der Milchprämie werden in Kärnten im Jahr rund 5,66 Millionen Euro ausbezahlt.
 
Und 2009 werde es laut Martinz eine weitere Maßnahme zur Sicherung der Kärntner Milchwirtschaft geben. Die Milchkuhprämie im Ausmaß von 5 Mio. Euro sei laut Martinz fertig verhandelt und könne nächstes Jahr ausbezahlt werden. "Dann können wir unseren Milchwirtschaft mit über 13 Millionen Euro jährlich stützen, damit sie dem Wettbewerb Stand haltet", rechnet Martinz vor.
11.11.2008
Autor:LPD
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